Bundesrat nutzen: Betreuungsgeld stoppen – Spitzensteuersatz anheben

10. Mai 2012  Standpunkt

Ich fordere die Landesregierung auf, auf der morgigen Bundesratssitzung der Entschließung des Landes Baden-Württemberg „Betreuungsgeld stoppen, Bundesmittel zum Ausbau der Kleinkindbetreuung aufstocken“ zuzustimmen. Eine Ablehnung der Landesregierung dieses wichtigen Anliegens ist inakzeptabel. Die Einführung eines Betreuungsgeldes wäre ein sozial-, bildungs- und frauenpolitisch verheerendes Signal und gegen die Interessen der Eltern und Kinder in MV. Deshalb erwarte ich von der Landesregierung eine deutliche Position.

Eine klare Positionierung erwartete ich auch zu der morgen anstehenden „Entschließung des Bundesrates zur Erhöhung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer von 42 Prozent auf 49 Prozent“ der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Wenn der Bund wie von der Landesregierung gefordert für die Kitas und die Schulen mehr Verantwortung in Form finanzieller Beteiligung übernehmen soll, dann müssen die Spitzenverdiener angemessen herangezogen werden. Erfreulicherweise habe sich die SPD auf Bundesebene und in anderen Ländern in dieser Sache bewegt. Auch die SPD-geführte Landesregierung muss sich zu dem Grundsatz bekennen: “Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten”.

Flagge zeigen gegen Faschismus

09. Mai 2012  Unterwegs

Die Linksfraktion hat am 8. Mai 2012, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, im Rahmen einer öffentlichen Fraktionssitzung in Demmin zum vierten Mal den Courage-Preis ausgelobt. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert und wird an Personen oder Initiativen vergeben, die sich mutig und vorbildlich gegen rechtsextremistisches Denken und Handeln engagieren. Die in den vergangenen Jahren eingegangenen Bewerbungen und Vorschläge  haben gezeigt, dass es viele Menschen im Land gibt, die es nicht zulassen, dass sich rassistisches, fremdenfeindliches und antisemitisches Gedankengut breit machen. Mit dem Courage-Preis würdigen und fordern wir dieses Engagement für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Mit ihrer öffentlichen Sitzung unterstützte die Linksfraktion das Aktionsbündnis 8. Mai in Demmin, das sich seit Jahren gegen Nazi-Aufmärsche wehrt und Protest gegen die Verhöhnung der Opfer von Faschismus und Rassismus organisiert. Auch wir zeigten Flagge und haben einen Platz am Hafen besetzt, um deutlich zu machen: Die Nazis haben auf den Straßen und Plätzen des Landes nichts verloren – nicht in Demmin und nirgendwo.

Fraktion vor Ort

05. Mai 2012  Unterwegs

Die Abgeordneten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der ersten Mai-Woche auf Landtour durch den Kreis Vorpommern-Rügen. Es stehen zahlreiche Gespräche mit Lokalpolitikerinnen und -politikern sowie Vertretern von Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen, Vereinen und Verbänden auf dem Programm. Die Landtour der Fraktion hat bereits eine jahrelange Tradition. Die Abgeordneten informieren sich so unmittelbar vor Ort, wie sich landespolitische Entscheidungen auswirken. Sie nehmen wertvolle Anregungen sowie Probleme und Sorgen mit nach Schwerin. Dort wird an der konkreten Problemlösung gearbeitet – parlamentarisch, aber auch außerparlamentarisch.

Gute Arbeit – gute Löhne – soziale Sicherheit

01. Mai 2012  Standpunkt

Zum Tag der Arbeit

Auch in diesem Jahr stehen der Kampf um gerechte Löhne und soziale Sicherheit wieder im Mittelpunkt der Aktionen am 1. Mai. Ich unterstütze ausdrücklich die Forderungen der Gewerkschaften nach einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Dieser muss aus meiner Sicht mindestens 10 Euro die Stunde betragen, damit die Menschen davon in Würde leben können und im Alter nicht in Armut stürzen. Den Auswirkungen der fortschreitenden Deregulierung am Arbeitsmarkt muss endlich Einhalt geboten werden. Massenhafte prekäre Beschäftigung, wie Minijobs, Leiharbeit, Teilzeit und zunehmend Werkverträge, führen zu sozialer Unsicherheit und Armut. Auch Altersarmut wird stark zunehmen.
Es ist deshalb unverständlich, warum die Landesregierung sich nicht stärker engagiert, damit Lohndumping und Ausbeutung ein Riegel vorgeschoben wird. Dies sind grundlegende Voraussetzungen für ein familien- und kinderfreundliches Land, von dem MV noch weit entfernt ist. Gute Arbeit und gute Löhne, eine bessere Bildung sowie Stärkung der Kultur im Land sind das Gebot der Stunde. Dafür muss sich endlich auch die Landesregierung stark machen!

Volksinitiative für den Erhalt der Theater- und Orchesterstrukturen in MV

25. April 2012  Rede

Politzirkus um Betreuungsgeld hat M-V erreicht

25. April 2012  Rede

Zur heutigen Aktuellen Stunde „Frühkindliche Bildung stärken – Fernhalteprämie stoppen“ :

Die heutige Aktuelle Stunde ist ein erneuter Beleg für die Uneinigkeit der Großen Koalition in wesentlichen Fragen. Mit der Diskussion um das Betreuungsgeld hat der Politikzirkus auf Bundesebene MV erreicht. Das Thema diente wieder einmal als Versuch der SPD und ihrer Bundes-Vize, Sozialministerin Schwesig, sich auf Kosten ihrer Koalitionspartnerin CDU zu profilieren.

Die CDU will mit dem sogenannten Betreuungsgeld eine Leistung subventionieren, die schon über das Kindergeld und Steuerfreibeträge abgedeckt ist. Wie heute bekannt wurde, sollen die Hartz-IV-Empfängerinnen und -Empfänger wieder einmal leer ausgehen. Sie werden keinen Cent erhalten. Die SPD, Erfinderin des Hartz-IV-Systems, hat dem Betreuungsgeld in der großen Koalition 2008 zugestimmt und bekämpft jetzt die geplante Regelung mit allen Mitteln. Auch deshalb ist der Versuch von Sozialministerin Schwesig unglaubwürdig, sich als Verfechterin für soziale Gerechtigkeit und einer modernen Familienpolitik darzustellen. Das ist Politik nach reinem Parteikalkül – um die Familien, die Eltern oder die Kinder geht es dabei nicht. Es wird auch künftig in wichtigen Punkten auf Bundesebene keine eindeutige Position der Landesregierung geben, weil sich die Regierungspartner gegenseitig blockieren.

Probleme bei Fachkräftesicherung endlich aktiv angehen

23. April 2012  Standpunkt

Aus den Ergebnissen der Untersuchung „Fachkräftesicherung in Mecklenburg-Vorpommern“ müssen die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Das Wissen um die sich zuspitzende Lage bei der Fachkräftesicherung muss endlich dazu führen, dass die neue, alte Landesregierung die Probleme in Angriff nimmt. Um die anhaltende Abwanderung vor allem gut qualifizierter junger Leute zu stoppen, muss endlich Schluss sein mit den niedrigen Löhnen und Ausbildungsvergütungen. An einer möglichst raschen Einführung eines flächendeckenden Mindestlohn führt kein Weg vorbei. Die Aussage des Wirtschaftsministers, eine Verbesserung der Lohnsituation sei erst in 5 Jahren möglich, sei inakzeptabel, denn das Ringen um Fachkräfte wird sich in absehbarer Zeit noch weiter verschärfen. Auch die mangelnde Ausbildungsreife der Lehrstellenbewerberinnen und –bewerber ist ein längst bekanntes Problem. Es muss verstärkt in Bildung investiert werden, auch um den alarmierenden Fachlehrermangel an den Berufsschulen zu beheben. Zum Nulltarif ist bessere Bildung aber nicht zu haben.

Wieviel Kultur braucht dieses Land?

17. April 2012  Standpunkt

Es ist an der Zeit, dass die Theater und Orchester des Landes nach Jahren der Unsicherheit und existenziellen Bedrohung endlich zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Dies liegt nicht nur im Interesse der Künstlerinnen und Künstler sowie aller Beschäftigten an den Standorten. Der Erhalt der Qualität und Vielfalt der Theater und Orchester ist für eine demokratische Gesellschaft insgesamt unerlässlich. Überall dort, wo Kultur stattfindet, werden Werte vermittelt und findet demokratische Bildung statt. Wir unterbreiten mit unserem Konzept Vorschläge, die Theater und Orchester nachhaltig zu sichern – in ihrer kulturellen Vielfalt und künstlerischen Qualität. Land, Kommunen, die Wirtschaft sowie die Theater und Orchester müssen ihren Beitrag zur Sicherung der Strukturen leisten. Erforderlich ist allerdings auch eine Änderung der Rahmenbedingung

Wir brauchen eine Paketlösung

12. April 2012  Interview

Gesine Lötzsch tritt aus familiären Gründen als Linken-Vorsitzende zurück. Was bedeutet das für DIE LINKE?

Das bedeutet zweierlei: Wir müssen jetzt wieder eine Personaldebatte führen, die wir vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein nicht haben wollten. Das Gute ist aber: Es wird eine offene Diskussion über die Besetzung der neuen Parteiführung möglich.

Sollte es vor den Landtagswahlen Klarheit über die künftige Führung geben?

Spannend ist, ob es vor dem Parteitag im Juni einzelne Kandidaturen oder eine Paketlösung geben wird. Ich finde: Wir brauchen eine Paketlösung mit Personen, die für eine moderne und zukunftsfähige Linke stehen. Wir müssen die Frage beantworten, wer die Partei am besten in die Bundestagswahl 2013 führen kann. Es darf jetzt nicht darum gehen, wer welche Begehrlichkeiten hat.

Viele in der Linkspartei wünschen sich ein Comeback Oskar Lafontaines. Kann er die Partei aus der Krise führen?

Oskar Lafontaine sollte bei der Bundestagswahl 2013 eine herausragende Rolle spielen. Seine Rückkehr auf die Bundesbühne würde der Linken neuen Schwung geben. Ob er Spitzenkandidat oder Parteivorsitzender werden sollte, hängt vom Gesamtpaket ab.

Andere wünschen sich das Duo Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht an der Parteispitze.

Ich unterstütze Dietmar Bartsch bei seiner Kandidatur zum Parteivorsitz, er kommt aus unserem Landesverband. Mir kommt es aber auf eine überzeugende Gesamtlösung an.

Bei den bevorstehenden Wahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein droht die Linke, aus den Landtagen zu fliegen. Ist damit der Traum von der gesamtdeutschen Partei vorbei?

Die Linke ist gerade in einer Phase, in der sie sich behaupten muss. Wenn uns der Wiedereinzug in die Landtage nicht gelingt, würden wir politisch an Boden verlieren, nicht nur in Westdeutschland. Entscheidend ist, dass wir den Wählern ein gutes inhaltliches Angebot machen müssen. Wir dürfen nach dem Rückzug von Gesine Lötzsch nicht wieder in Selbstbeschäftigung verfallen und die Menschen im Land vergessen.

Fehlt der Linken die Machtperspektive?

Die Linke muss sich weiter profilieren. Wir müssen uns in den nächsten Wochen und Monaten auf originäre linke Themen fokussieren und damit wieder mehr Zustimmung gewinnen. Alle anderen Fragen stellen sich immer erst nach Wahlen.

(Interview: Tagesspiegel / Cordula Eubel)

83,6 Millionen Euro weniger vom Bund für Arbeitsmarktpolitik im Land

02. April 2012  Standpunkt

Die so genannte Instrumentenreform in der Arbeitsmarktpolitik, die jetzt in Kraft getreten ist, wird sich negativ auf das Land auswirken. Diese Reform ist mit drastischen Mittelkürzungen verbunden, die allein für MV im Vergleich zum Vorjahr 83,6 Mio Euro betragen. Dies ist ein Rückgang von mehr als 31 Prozent, der in diesem Ausmaß mit dem Sinken der Arbeitslosenzahlen nicht begründet werden könne.

Zu kritisieren sind auch die Fördermodalitäten bei der Eingliederung von Arbeitslosen. So ist es nicht erforderlich, dass die geförderten Unternehmen tarifliche oder ortsübliche Löhne zahlen müssen. Niedriglohn wird so weiter staatlich Vorschub geleistet. Auch die prozentuale Beschränkung der Mittel für die Eingliederung und freie Förderung führen nicht wie beabsichtigt zur Flexibilisierung der Instrumente, sondern schränken deren Anwendung von vornherein ein.

Die massive Ausweitung des Ermessensspielraums für die Arbeitsvermittler wird unter dem Druck der rigorosen Mittelkürzungen dazu führen, dass weniger statt mehr arbeitsuchende Frauen und Männer unterstützt werden.

In diesem Zusammenhang ist die Ausweitung des Gutscheinsystems insgesamt fraglich, da immer mehr bürokratische Hürden aufgebaut werden, die eine Inanspruchnahme erschweren.

Ich erwarte von der zuständigen Arbeitsministerin des Landes, dass sie endlich eigene Vorschläge präsentiert, um die Eingliederungschancen insbesondere von Älteren und Langzeitarbeitslosen zu verbessern. Doch seit ihrem Amtsantritt hüllt sich die Ministerin in Schweigen. Auch von den angekündigten Initiativen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse ist weit und breit nichts zu sehen. Meine Fraktion wird im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen Verbesserungen in der Arbeitsmarktpolitik der Landesregierung einfordern.